Die Jahresabrechnung ist der Anfang
Wie viel Strom verbrauchen Sie im Jahr? Diese Zahl gehört in jedes Planungsgespräch. Sie verrät aber noch nicht, wann Sie Strom brauchen. Wer tagsüber zu Hause arbeitet, kann einen Teil des Solarstroms direkt nutzen. Wer erst abends kocht, Wäsche wäscht oder das Auto anschließt, hat einen anderen zeitlichen Bedarf.
Ein Speicher soll vor allem die Stunden zwischen Erzeugung und Verbrauch überbrücken. Deshalb ist die Frage wichtig, wie viel Strom nach Sonnenuntergang bis zum nächsten Morgen benötigt wird. Wenn Ihre Anlage bereits läuft, helfen die Erzeugungs- und Verbrauchsverläufe bei dieser Einschätzung.
Zwei Haushalte, derselbe Verbrauch
Ein vereinfachtes Beispiel: Zwei Haushalte verbrauchen im Jahr jeweils 4.500 Kilowattstunden. Im ersten Haushalt läuft die Spülmaschine häufig mittags, und das Auto steht tagsüber am Haus. Im zweiten sind alle bis zum frühen Abend unterwegs. Obwohl die Jahresrechnung gleich aussieht, kann sich der Bedarf an zwischengespeichertem Solarstrom unterscheiden.
Das Beispiel beschreibt keine Kunden von Nordwindsolar und ist keine Größenempfehlung. Es zeigt, warum sich aus einer einzelnen Zahl noch kein bestimmtes Speichermodell ableiten lässt. Nordwindsolar bespricht mit Ihnen deshalb auch, wann größere Verbraucher laufen und welche Gewohnheiten sich tatsächlich ändern lassen.
Kapazität und Leistung sind zwei verschiedene Angaben
Die Kapazität in Kilowattstunden, kurz kWh, beschreibt die Energiemenge, die ein Speicher aufnehmen kann. Für den Vergleich ist die nutzbare Kapazität entscheidend. Die Leistung in Kilowatt, kurz kW, sagt dagegen, wie schnell Energie aufgenommen oder abgegeben werden kann.
Ein Rechenbeispiel zur Unterscheidung: Sechs nutzbare Kilowattstunden (kWh) würden bei einer gleichmäßigen Entnahme von einem Kilowatt (kW) rechnerisch sechs Stunden reichen. Bei einer konstanten Entnahmeleistung von zwei kW wäre die Batterie nach drei Stunden leer. In der Praxis verändern unter anderem Verluste, Reserven und schwankende Verbraucher diese Dauer. Aus der Kapazität allein lässt sich auch nicht ablesen, welche Geräte gleichzeitig versorgt werden können.
Mehr Kapazität muss sich im Alltag bewähren
Für einen größeren Speicher zahlen Sie zusätzlich. Lassen Sie sich deshalb erklären, wie viel zusätzlichen Netzstrom die größere Variante voraussichtlich ersetzt und auf welchen Annahmen diese Einschätzung beruht. Dabei zählen auch Speicherverluste und der Strom, den Sie andernfalls eingespeist hätten.
Ein hoher Autarkiegrad beschreibt, welchen Anteil Ihres Strombedarfs Sie selbst decken. Er ist kein Nachweis dafür, dass sich jede zusätzliche Kilowattstunde Speicherkapazität bezahlt macht. Der Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin hilft bei einer ersten Abschätzung des Zusammenspiels von Jahresverbrauch, PV-Leistung und nutzbarer Kapazität. Er ersetzt keine Prüfung Ihres individuellen Hausbedarfes.
E-Auto und Wärmepumpe früh ansprechen
Planen Sie weitere elektrische Verbraucher, gehören sie in die Auslegung. Beim Auto ist beispielsweise relevant, ob es tagsüber zu Hause steht oder überwiegend nachts geladen wird. Bei einer Wärmepumpe muss der saisonale Bedarf betrachtet werden. Ein Heimspeicher kann Solarstrom vom Tag in den Abend verschieben, aber keinen Sommerüberschuss für den ganzen Winter aufheben.
Eine spätere Erweiterung sollte zudem nicht nur als Möglichkeit im Verkaufsgespräch stehen. Fragen Sie nach den konkreten Voraussetzungen des vorgesehenen Systems: Welche Komponenten können ergänzt werden, welche Hersteller gewährleisten ein in sich abgestimmtes System?
Was Sie zum Gespräch mit Nordwindsolar mitbringen können
• Den Jahresstromverbrauch sowie vorhandene Verbrauchsverläufe.
• Leistung und Ertragsdaten Ihrer PV-Anlage, sofern diese bereits installiert ist.
• Angaben zu Wechselrichter und vorhandenem Speicher.
• Ihre Pläne für E-Auto, Wallbox, Wärmepumpe oder andere größere Verbraucher.
Wenn Sie diese Daten noch nicht vollständig haben, genügt zunächst eine Beschreibung Ihrer Anlage und Ihres Vorhabens. Nordwindsolar klärt mit Ihnen, welche Angaben für die Auslegung noch fehlen. So wird aus der Frage nach dem größten Speicher eine nachvollziehbare Entscheidung für Ihr Haus.
Speichergröße mit Nordwindsolar besprechenQuellen
HTW Berlin: Unabhängigkeitsrechner und weiterführende FAQ
Verbraucherzentrale: Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen
